„schonungslos ergreifend, herrlich verdreht und mit einem Schuss schwarzen Humors in den Venen, der so dunkel wie die Hölle ist ...“
Mark Billingham

 







 

 


IIn deinen Büchern beschreibst du Christchurch als sehr düster. Ist die Stadt wirklich so oder siehst nur du sie in diesem Licht?

Das ist etwas das ich sehr oft gefragt werde. Christchurch ist eine fantastische Stadt, ich liebe es hier zu leben und sehe die City nicht als so düster wie ich sie in meinen Büchern darstelle. Ich nehme einfach alles Schlechte was ich über Christchurch gelernt habe und übertreibe es um eine einem Kriminalroman angemessene Atmosphäre zu schaffen. Man darf nicht vergessen, es bin ja nicht ich der Christchurch so düster sieht, es sind die Charaktere. Die Bücher sind aus der Sicht eines Serienkillers oder einer Person die gelitten hat, noch immer leidet und deren Leben in Gefahr ist, geschrieben. Christchurch ist nicht annähernd so schlimm wie ich es darstelle, aber es hat definitiv einen dunklen Unterton und ist die absolut perfekte Kulisse in der meine Charaktere leben und agieren können. Ich mag es, Christchurch als einen “Charakter” in meinen Büchern zu haben, wie ein Wesen dass die anderen Protagonisten dazu bringt sich schlecht zu verhalten.

Wie viel von den Charakteren steckt in dir? Insbesondere von Joe aus “Der siebte Tod”?

Das hängt ganz von dem Charakter ab. Grösstenteils teilen viele meiner Hauptfiguren mehr oder weniger meine Weltanschauung. Joe ist anders. Ich habe so gut wie nichts mit ihm gemein, ausser vielleicht seinen Humor, aber sonst auch nichts. Ich hasse den Gedanken dass irgendjemand so sein könnte wie er. Mit den anderen Charakteren, wie Theodore Tate oder Charlie Feldman, teile ich einige Ansichten. Würde ich mich unter denselben Umständen genauso verhalten wie diese Männer es tun? Ich weiss es nicht. Vermutlich nicht. Ich denke ich würde mich gerne mehr wie diese Charakere verhalten – aber das Höchste der Gefühle ist über sie zu schreiben.

Bist du nervös wenn ein neues Buch herauskommt? Oder wenn eines deiner Bücher zum ersten Mal in einem anderen Land veröffentlicht wird?

Absolut. Ich weiss nicht ob das Gefühl jemals verschwinden wird. Ich hoffe es. Gegenwärtig flippe ich bei jeder Buchveröffentlichung aus, egal ob hier oder in einem anderen Land. Ich hoffe das Beste und erwarte das Schlimmste. Meine grösste Angst ist es eines Tages aufzuwachen und herauszufinden dass die Kritiken mir sagen dass ich mir einen anderen Job suchen sollte.

Wer sind deine Lieblingsautoren?

Da gibt es viele – ich habe drei Lieblingshorrorautoren und drei Lieblingskrimiautoren. Als ich mit dem Schreiben anfing wollte ich wie Stephen King sein. Meine ersten Schreibversucher waren Horror. Stephen King, Dean Koontz und Richard Laymon waren so ziemlich die einzigen Autoren die ich damals gelesen habe. Das Problem damit war dass man ziemlich schnell alles was es gab gelesen hatte und sich etwas Neues suchen musste. Ich hatte Glück – ich griff Lee Child’s erstes Buch, ‘Killing Floor’, in dem Jahr auf, in dem es erschien. Es ist vermutlich das besten Buch dass ich jemals gelesen habe. Ich wurde augenblicklich ein Fan und ein paar Jahre später kaufte ich John Connolly’s erstes Buch und machte exakt die gleiche Erfahrung noch einmal. Michael Connelly ist der andere Autor von dem ich niemals genug kriegen kann. Diese Kerle sind einfach unschlagbar gut.

Was würdest du tun wenn du kein Autor mehr sein könntest?

Das ist eine gute Frage. Ich habe wirklich keine Ahnung. Alles was ich mein Leben lang wollte war ein Autor zu sein. Wenn ich mir nun einen 40-Stundenjob suchen müsste, ich weiss nicht was ich tun würde. Es gibt nichts anderes dass mich interessieren würde. Vielleicht würde ich Buchkritiker werden.

Ist es hart motiviert zu bleiben?

Ja und nein. Das hängt davon ab was sonst noch so um mich herum los ist. Ich habe nicht wirklich einen Stundenplan dem ich unterworfen bin. Ich kann einen Monat lang nicht schreiben. Dann wiederum schreibe ich den ganzen Tag bis zwei oder drei Uhr morgens. Was mich am meisten motiviert ist grossartige Autoren zu lesen, und Fanmail zu bekommen. Es gibt nichts besseres als eine Mail von jemandem zu öffnen der dir sagt dass er dein Buch geliebt hat - das erinnert mich daran dass ich einen Job habe, und es gibt da Leute die sich darauf verlassen dass ich ihn erledige.

Weisst du was in deinen Geschichten passieren wird bevor du anfängst sie zu schreiben?

Nicht wirklich. Die meiste Zeit habe ich keine generelle Richtung. Alles was ich habe ist ein Genre. Ich weiss nicht welche Charaktere in die Story finden, welche Argumente sie haben, wohin sie alle steuern. Je weiter ich in die Story eintauche ein umso besseres Gefühl bekomme ich dafür. Ich bekomme mehr Kontrolle über die Situationen die ich kreiere, und mit etwas ernsthaftem Schreiben fügt sich eins zum anderen.

Basieren deine Charaktere auf realen Personen?

Hauptcharaktere? Nein. Niemals. Nun, so gut wie niemals. Ich wurde vor ein paar Jahren davor gewarnt, dass, wenn du es tust, deine Freunde und Familie darÜber grÜbeln ob das wirklich die Art und Weise ist wie du sie siehst. Manche Leute die ich zufällig in der City sehe sind in den Romanen, aber nur als Nebendarsteller. Wie zum Beispiel der Typ auf dem Fahrrad, der durch ein Papprohr Klebstoff aus einer Plastiktüte schnüffelt, was ihn multitaskfähig macht. Du siehst diese Dinge und denkst, man, das hätte ich mir niemals ausdenken können. Es gibt da eine Menge Leute die ich im Laufe der letzten ein oder zwei Jahre getroffen habe und die im Buch auftauchen. Sie werden allerdings wohl nicht allzu zufrieden sein mit der Art und Weise in der ich sie dargestellt habe.