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deinen Büchern beschreibst du Christchurch als sehr düster.
Ist die Stadt wirklich so oder siehst nur du sie in diesem Licht?
Das
ist etwas das ich sehr oft gefragt werde. Christchurch ist eine
fantastische Stadt, ich liebe es hier zu leben und sehe die
City nicht als so düster wie ich sie in meinen Büchern
darstelle. Ich nehme einfach alles Schlechte was ich über
Christchurch gelernt habe und übertreibe es um eine einem
Kriminalroman angemessene Atmosphäre zu schaffen. Man darf
nicht vergessen, es bin ja nicht ich der Christchurch so düster
sieht, es sind die Charaktere. Die Bücher sind aus der
Sicht eines Serienkillers oder einer Person die gelitten hat,
noch immer leidet und deren Leben in Gefahr ist, geschrieben.
Christchurch ist nicht annähernd so schlimm wie ich es
darstelle, aber es hat definitiv einen dunklen Unterton und
ist die absolut perfekte Kulisse in der meine Charaktere leben
und agieren können. Ich mag es, Christchurch als einen
“Charakter” in meinen Büchern zu haben, wie
ein Wesen dass die anderen Protagonisten dazu bringt sich schlecht
zu verhalten.

Wie
viel von den Charakteren steckt in dir? Insbesondere von Joe aus
“Der siebte Tod”?
Das
hängt ganz von dem Charakter ab. Grösstenteils teilen
viele meiner Hauptfiguren mehr oder weniger meine Weltanschauung.
Joe ist anders. Ich habe so gut wie nichts mit ihm gemein, ausser
vielleicht seinen Humor, aber sonst auch nichts. Ich hasse den
Gedanken dass irgendjemand so sein könnte wie er. Mit den
anderen Charakteren, wie Theodore Tate oder Charlie Feldman,
teile ich einige Ansichten. Würde ich mich unter denselben
Umständen genauso verhalten wie diese Männer es tun?
Ich weiss es nicht. Vermutlich nicht. Ich denke ich würde
mich gerne mehr wie diese Charakere verhalten – aber das
Höchste der Gefühle ist über sie zu schreiben.

Bist
du nervös wenn ein neues Buch herauskommt? Oder wenn eines
deiner Bücher zum ersten Mal in einem anderen Land veröffentlicht
wird?
Absolut.
Ich weiss nicht ob das Gefühl jemals verschwinden wird.
Ich hoffe es. Gegenwärtig flippe ich bei jeder Buchveröffentlichung
aus, egal ob hier oder in einem anderen Land. Ich hoffe das
Beste und erwarte das Schlimmste. Meine grösste Angst ist
es eines Tages aufzuwachen und herauszufinden dass die Kritiken
mir sagen dass ich mir einen anderen Job suchen sollte.

Wer
sind deine Lieblingsautoren?
Da
gibt es viele – ich habe drei Lieblingshorrorautoren und
drei Lieblingskrimiautoren. Als ich mit dem Schreiben anfing
wollte ich wie Stephen King sein. Meine ersten Schreibversucher
waren Horror. Stephen King, Dean Koontz und Richard Laymon waren
so ziemlich die einzigen Autoren die ich damals gelesen habe.
Das Problem damit war dass man ziemlich schnell alles was es
gab gelesen hatte und sich etwas Neues suchen musste. Ich hatte
Glück – ich griff Lee Child’s erstes Buch,
‘Killing Floor’, in dem Jahr auf, in dem es erschien.
Es ist vermutlich das besten Buch dass ich jemals gelesen habe.
Ich wurde augenblicklich ein Fan und ein paar Jahre später
kaufte ich John Connolly’s erstes Buch und machte exakt
die gleiche Erfahrung noch einmal. Michael Connelly ist der
andere Autor von dem ich niemals genug kriegen kann. Diese Kerle
sind einfach unschlagbar gut.

Was würdest du tun wenn du kein Autor mehr sein könntest?
Das
ist eine gute Frage. Ich habe wirklich keine Ahnung. Alles was
ich mein Leben lang wollte war ein Autor zu sein. Wenn ich mir
nun einen 40-Stundenjob suchen müsste, ich weiss nicht
was ich tun würde. Es gibt nichts anderes dass mich interessieren
würde. Vielleicht würde ich Buchkritiker werden.

Ist es hart motiviert zu bleiben?
Ja
und nein. Das hängt davon ab was sonst noch so um mich
herum los ist. Ich habe nicht wirklich einen Stundenplan dem
ich unterworfen bin. Ich kann einen Monat lang nicht schreiben.
Dann wiederum schreibe ich den ganzen Tag bis zwei oder drei
Uhr morgens. Was mich am meisten motiviert ist grossartige Autoren
zu lesen, und Fanmail zu bekommen. Es gibt nichts besseres als
eine Mail von jemandem zu öffnen der dir sagt dass er dein
Buch geliebt hat - das erinnert mich daran dass ich einen Job
habe, und es gibt da Leute die sich darauf verlassen dass ich
ihn erledige.

Weisst
du was in deinen Geschichten passieren wird bevor du anfängst
sie zu schreiben?
Nicht
wirklich. Die meiste Zeit habe ich keine generelle Richtung.
Alles was ich habe ist ein Genre. Ich weiss nicht welche Charaktere
in die Story finden, welche Argumente sie haben, wohin sie alle
steuern. Je weiter ich in die Story eintauche ein umso besseres
Gefühl bekomme ich dafür. Ich bekomme mehr Kontrolle
über die Situationen die ich kreiere, und mit etwas ernsthaftem
Schreiben fügt sich eins zum anderen.

Basieren
deine Charaktere auf realen Personen?
Hauptcharaktere?
Nein. Niemals. Nun, so gut wie niemals. Ich wurde vor ein paar
Jahren davor gewarnt, dass, wenn du es tust, deine Freunde und
Familie darÜber grÜbeln ob das wirklich die Art und
Weise ist wie du sie siehst. Manche Leute die ich zufällig
in der City sehe sind in den Romanen, aber nur als Nebendarsteller.
Wie zum Beispiel der Typ auf dem Fahrrad, der durch ein Papprohr
Klebstoff aus einer Plastiktüte schnüffelt, was ihn
multitaskfähig macht. Du siehst diese Dinge und denkst,
man, das hätte ich mir niemals ausdenken können. Es
gibt da eine Menge Leute die ich im Laufe der letzten ein oder
zwei Jahre getroffen habe und die im Buch auftauchen. Sie werden
allerdings wohl nicht allzu zufrieden sein mit der Art und Weise
in der ich sie dargestellt habe.

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